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Fieber! Segen oder Fluch?

"Gib mir die Kraft Fieber zu erzeugen,

und ich heile dir jede Krankheit"

(Parmenides, griech. Philosoph)

 

Fieber ist keine Krankheit sondern ein Symptom des Körpers. Sogar ein sehr wichtiges und äußerst sinnvolles. Fieber ist eine Art Abwehrprogramm des Körpers gegen Eindringlinge wie z. B. Bakterien und Viren. Fieber ist also eher dazu da, Krankheiten zu bekämpfen.

 

Von Fieber sprechen wir immer dann, wenn die Körpertemperatur über 38° Grad ansteigt. Je nach Tageszeit kann es zu Schwankungen kommen. Die genaueste Temperatur messen wir rektal.

Jeder Mensch empfindet Fieber unterschiedlich. Manche sind bereits bei mäßigem Fieber ans Bett gefesselt und andere sind mit 40° Fieber noch recht munter.

 

Was genau passiert in unserem Körper wenn Krankheitserreger eindringen?

 

Unser Immunsystem ist sehr ausgeklügelt. Gelangen Erreger in den Körper meldet das Abwehrsystem über Botenstoffe dem Gehirn "Vorsicht, Eindringlinge, Abwehr starten!" Der Körper reagiert mit Schüttelfrost, er zittert sich sozusagen warm, zur gleichen Zeit werden unteranderem die Blutgefäße verengt um die Wärme nicht so stark nach aussen abzugeben. Die Temperatur erhöht sich. Meistens haben wir zu diesem Zeitpunkt kalte Extremitäten (Arme und Beine). Zudem wird die Produktion von Antikörpern angeregt die dadurch schneller zu ihrem Einsatzort kommen und besser arbeiten können. Hat das Fieber sein Plateau erreicht, glühen wir förmlich. Jetzt heißt es Bettruhe bewahren um dem Körper die nötige Energie zukommen zulassen um die Eindringlinge unschädlich zumachen. Das passiert je nach Erreger auf verschiedene Weise. Fieber hindert die Vermehrung der Erreger und bei einer bestimmten Temperatur werde diese sogar abgetötet. Irgendwann weiten sich die Blutgefäße wieder damit der Körper die Körperwärme wieder nach aussen abgeben kann und wir fangen an zu schwitzen. Die Temperatur sinkt. Gerade beim schwitzen ist es wichtig, Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

 

Fazit:

Fieber ist zwar ein Kraftakt für den Körper

aber eine sehr gute Einrichtung des Körpers die Erreger unschädlich zu machen

und zur Heilung beizutragen.

 

Ist Fieber senken nun sinnvoll?

Da scheiden sich die Geister...

Sicherlich kommt es immer darauf an, wie sehr der Mensch leidet. Einige senken das Fieber medikamentös zur Nacht um einen ruhigeren Schlaf zu bekommen. Vorallem Eltern senken hier oft das Fieber bei ihren Kindern.

Natürlich kann ich dazu keine allgemeingültige Empfehlung aussprechen. Das ist immer situationsabhängig. Allerdings, wie oben zu lesen, wissen wir, wie sinnvoll Fieber ist.

 

Als Alternative zur medikamentösen Fiebersenkung, kommen Wadenwickel zum Einsatz.

Wadenwickel bewirken eine Kühlung der Unterschenkel. Das führt erstens zu einem Wärmeverlust des Körpers, das heisst die Wärme wird nach aussen abgegeben und zweitens aktiviert der Kältereiz das vegetative Nervensystem. Zunächst wird der Sympathikus angeregt. Er aktiviert den Stoffwechsel, verengt die Blutgefäße und steigert unteranderem den Blutdruck.

Wie lege ich Wadenwickel richtig an?

Ein Wadenwickel besteht bestmöglich aus drei Schichten. Die erste Schicht (Baumwoll-/Leinentuch) wird in Wasser getränkt. Hier darauf achten, dass es nicht zu kalt ist, ich sage immer laukalt. Ich mag keine Temperatur angeben, in diverser Literatur stehen auch unterschiedliche Angaben. Ich spreche hier von meiner persönlich Erfahrung. Das Tuch wird leicht ausgewrungen, so dass es nicht mehr tropft und dann faltenfrei um den Unterschenkel gelegt. Darüber kommt ein trockenes Tuch, ebenfalls aus Baumwolle. Als letzte Schicht hat sich ein Moltontuch bewährt, welches wiederum um das Bein gewickelt wird. Wer all das nicht zur Verfügung hat, nimmt einfach als erste, feuchte Schicht ein Geschirrhandtuch und darüber ein Handtuch. Je nachdem wie hoch das Fieber ist, verbleibt der Wickel solange bis er warm wird. Warme Wickel sofort entfernen, ggf. den Wadenwickel wiederholen. Wadenwickel können nicht das Fieber vollständig senken. Sie senken ca. 0,5-1° Grad. Das reicht aber auch aus um den Körper im Heilungsprozess zu unterstützen und dem Patienten eine Linderung zu geben.

Bei Kindern sollten erst ab dem 2. Lebensjahr Wadenwickel zum Einsatz kommen. Kinder mit Wadenwickel  nicht alleine lassen.

 

Wirklich gefährlich ist Fieber ab ca. 41,7 Grad für den Organismus, da sich dann Eiweiße denaturieren. Es gibt allerdings einen natürlichen Mechanismus der das Fieber vorher zum sinken bringt. Fieber über 41° Grad kommt in der Regel nicht vor.

 

Dann gibt es da noch den Fieberkrampf bei Kindern, der oft gefürchtet ist.

Wer einen Fieberkrampf erlebt hat, weiß, dass dies ein sehr erschreckendes Ereignis ist welches einem epileptischen Anfall ähnelt (es hat aber nichts mit Epilepsie zu tun). Fieberkrämpfe sind ein eher relativ selten auftretendes Geschehen. Der Anfall hört in der Regel nach einigen Minuten wieder auf. Fieberkrämpfe treten meist bei sehr schnell steigendem Fieber auf bei nicht ganz so hoher Temperatur. Das heißt, ist das Fieber bereits hoch, ist ein Fieberkrampf eher ausgeschlossen. Und um es nochmal auf den Punkt zu bringen, Fieberkrämpfe sind selten, haben nichts mit Epilepsie zu tun und sind harmlos auch wenn sie erschreckend wirken.

 

Säuglinge mit Fieber sollten immer dem Kinderarzt vorgestellt werden. Größere Kinder können in der Regel gut 2-3 Tage fiebern. Sollten weitere Symptome dazu kommen, man einfach unsicher ist oder ein Kind apathisch/teilnahmslos wirkt, ist hier auch immer der Arzt der erste Ansprechpartner.

 

Der geschriebene Text ist nach besten Wissen geschrieben,

übernimmt jedoch keine Gewähr auf Vollständigkeit.

Bei Verschlechterung ist immer ein Arzt zu konsultieren.

Bild: Fotolia_89682310_XS

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